17.12.2017

Kosten einer Scheidung

Jede dritte Ehe in Deutschland endet mit der Scheidung. Doch bevor eine Ehe endgültig geschieden ist gilt es das Trennungsjahr verstreichen zu lassen. Das bedeutet nicht, dass sie mit ihrem Ehepartner in einem getrennten Haushalt leben müssen. Es reicht bereits aus wenn sich das Bett nicht geteilt wird und jeder sich selbst versorgt. Geschlechtsverkehr führt übrigens nicht dazu, dass das Trennungsjahr unterbrochen wird. Da Betrug nicht als Härtefall gilt kann das Trennungsjahr nicht einmal umgangen werden, wenn sie noch am Tag der Hochzeit vom Ehepartner betrogen werden.

Die meistgestellte Frage ist wohl: Was kostet eine Scheidung?
Anders als die meisten denken muss eine Scheidung nicht unbedingt mehrere Tausender kosten, denn die Kosten des Verfahrens richten sich nach Einkommen und Vermögen des Ehepaares. Verdient ein Paar nicht mehr als jeweils 1500 Euro im Monat und besitzt auch kein Vermögen so kann man von Gesamtkosten von ca. 2000 Euro ausgehen. Natürlich hängen die Kosten auch davon ab, in welchem Ausmaß vor Gericht um Eigentümer gestritten wird.
Auch nach der Scheidung gehört vor der Ehe von mir erworbenes Eigentum weiterhin mir. Gegenstände, die gemeinsam erworben wurden werden gerecht aufgeteilt.

Ein weit verbreitetes Irrtum ist auch, dass ein Ehevertrag nur vor der Ehe aufgesetzt werden kann. Auch während der Ehe kann noch die Aufteilung des Hausrats und der Kinder vertraglich festgelegt werden. Wenn nicht anders geregelt, gilt nach einer Scheidung ein gemeinsames Sorgerecht für Kinder. Eine andere Regelung erfolgt nur dann, wenn das Wohl des Kindes dies verlangt oder ein Partner freiwillig auf das Sorgerecht verzichtet.
Man hört häufig von Männern, die nach einer Scheidung aufhören zu arbeiten in der Hoffnung weniger Unterhalt bezahlen zu müssen. Doch auch hier liegt ein Irrtum vor. Suchen sich unterhaltspflichtige Ex-Partner keine Arbeit, so kann ein Richter den Unterhalt nach einem fiktiven Einkommen berechnen.
Sollte die geschiedene Frau allerdings schon mit einem neuen Partner in einer gemeinsam gekauften Immobilie leben, so muss der ehemalige Ehegatte in der Regel keinen Unterhalt mehr für sie zahlen.