20.09.2018

Hedge-Fonds

Hedge-Fonds – spätestens seit der US-Hypothekenkrise sind sie und ihr teils mächtiger, teils zerstörerischer Einfluss bekannt. Dabei gehören Hedge-Fonds zu einer der lukrativsten Anlageformen, in die man investieren kann – selbstverständlich unter Einhaltung einer gewissen Vorsicht.

Doch Hedge-Fonds zeichnen sich nicht gerade durch allzu große Vorsicht aus, obwohl genau dies der Name vermuten ließe – schließlich entstand das ursprüngliche Konzept des ‚hedging’ (von engl ‚to hedge’ = ‚absichern beziehungsweise ‚Risiken eingrenzen’) im Rahmen der Absicherung der Zins- und Währungsrisiken Ende des 19. Jahrhunderts. Das Konzept heutiger Hedge-Fonds beruht eher auf Spekulationen, ähnlich dem der Aktienfonds.
Hedge-Fonds verfügen über mehrere Strategien. Sehr typische Hedge-Fonds-Strategien sind zum Beispiel die ‚Long Short Equity-Strategie’ als auch die ‚Event Driven-Strategie’. Bei der ‚Long Short Equity-Strategie’ werden Aktien gekauft, sobald sich ein positiver Trend abzeichnet. Tendieren hingegen die Erwartungen ins Negative, dann erfolgen Aktienleerverkäufe. Aktienleerverkäufe bedeuten, dass sich der Fonds von einem Investor die gewünschten Wertpapiere ausleiht und diese dann zum aktuellen Tagespreis an der Börse verkauft. Zu einem späteren Zeitpunkt – idealerweise dann, wenn der Kurs wie erwartet stark gefallen ist – werden die Aktien wieder aufgekauft und an den Eigentümer zurück gegeben. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Rückkaufswert (hiervon sind noch die Ausleihzinsen abzuziehen) ergibt dann den Gewinn. Bei der ‚Event Driven-Strategie’ setzt man im verstärkten Maße auf zum Teil sehr starke Kursbewegungen, die ausgelöst werden können durch Unternehmensereignisse wie Übernahmen, Fusionen, Rekonstruierungen, Sanierungen oder auch Spin-offs (hierbei handelt es sich um eine Ausgliederung eines eigenständigen Firmenbereichs von einem bestehenden Unternehmen). Da solche Ereignisse relativ häufig sind, findet auch diese Hedge-Fonds-Strategie entsprechend häufig Anwendung.
Neben diesen beiden typischen Strategien existieren auch noch die Strategien der ‚Arbitrage-Geschäfte’, der ‚Systematic Trend Followers’, die des ‚Global Macro’ sowie viele andere. Die Bankenkrise 2009, u.a. ausgelöst durch hoch spekulative Fonds. Lesen Sie mehr zum Thema Hedge Fonds.

 

Im Gegensatz zu Aktienfonds, Rentenfonds oder anderen Investmentfonds zeichnen sich Hedgefonds durch eine größere Unabhängigkeit zum Börsenmarkt aus, da sie an keine Anlagerichtlinien gebunden sind und daher die gesamte Bandbreite des Marktes ausnutzen und somit jede Anlagemöglichkeit einer Wertanlage im vollen Umfang ausschöpfen können. Dies macht Hedge-Fonds wesentlich flexibler und ermöglicht ihnen so beispielsweise auch, sich am Rohstoff- oder Gütermarkt zu engagieren. Zudem sind die Stammsitze vieler Hedge-Fonds meist in Offshore-Regionen angesiedelt (auch bekannt als Steueroasen). Aufgrund der dortigen weniger strengen Finanzmarktregelungen können die Hedge-Fonds freier, schneller sowie wesentlich flexibler an den Finanz- und Rohstoffmärkten handeln und agieren, was sich auch in den Renditeerwartungen niederschlägt: Positive Renditen zwischen sechs und zwanzig Prozent, teils sogar noch höher, sind dabei keine Seltenheit.
Doch nicht nur die Renditen können hoch ausfallen, auch die Verluste können sehr hoch sein. Aufgrund des teilweise enorm hohen spekulativen Charakters der Hedge-Fonds können den Anlegern so leicht auch Totalverluste drohen. Doch in der Regel gleichen Hedge-Fonds dieses Risiko durch ein cleveres Anlagespektrum (Portfoliodiversifikation) wieder aus, wo die Investitionen breit gestreut werden und so das Verlustrisiko abgemildert wird. Somit sind Hedgefonds grundsätzlich für jeden Anleger interessant.