Schatzanweisungen
Schatzanweisungen oder auch Bundesschatzanweisungen sind kurz- oder mittelfristige Schuldverschreibungen, die vom Bund oder den Ländern ausgegeben werden. In der Regel beträgt die Laufzeit sechs Monate bis zu zwei Jahre und der Zinssatz ist festgelegt. Eine Schatzanweisung kann heute jeder an der Börse zum aktuellen Tageskurs kaufen beziehungsweise verkaufen.
Die Schatzanweisungen werden von öffentlichen Stellen wie dem Bund oder den Ländern emittiert. Dadurch haben die Institutionen die Möglichkeit ihren Haushalt zu finanzieren. Das bedeutet, eine kurzfristige Liquidität ist gewährleistet. Dies ist aber auch bei der Auszahlung für den Anleger der Fall, der von der kurzfristigen Beschaffung finanzieller Mittel profitiert.
Es gibt zwei verschiedene Arten der Schatzanweisungen, die sich in ihrer Verzinsung unterscheiden:
Eine verzinsliche Schatzanweisung schüttet einen vertraglich festgelegten Zins einmal im Jahr aus. Sie werden auch Kassenobligationen genannt und laufen über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Bewertung erfolgt über das sogenannte Tenderverfahren. Unverzinsliche Schatzanweisungen werden auch U-Schätze genannt. Sie bieten keine laufende Verzinsung. Der Ausgabekurs liegt in diesem Fall unter dem Rückzahlungsbetrag, wobei die Differenz die Zinsvergütung für die Laufzeit darstellt. „Bubills“ sind unverzinsliche Schatzanweisungen, die besonders kurz angelegt sind. In der Regel beträgt die Anlagedauer sechs Monate. Die Emission findet monatlich über die Bietergruppe Bundesemissionen statt.

Handelt es sich speziell um Bundesschatzanweisungen, werden diese jährlich verzinst. Dies sind sogenannte Einmalemissionen. Ihre Laufzeit beträgt zwei Jahre und sie werden alle drei Monate vergeben.
Im Laufe des Ersten Weltkrieges wurden die finanziellen Mittel für die Kriegsführung knapper. Mithilfe kurzfristiger, unverzinslicher Kredite wurde der Kapitalfluss in Gang gehalten. Dadurch, dass eine komplette Abkopplung zum realwirtschaftlichen Prozess stattfand, wurde uneingeschränkt Geld produziert. Zwar wurde versucht, einer Erhöhung der Geldmenge entgegenzuwirken, doch die Maßnahmen waren auf Dauer erfolglos das Geld und Leben wurde immer schwerer zuerhalten. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Inflation immer weiter und wurde von den Handlungen des Staates weiter gefördert.
