18.05.2012

Zertifikate

Zertifikate sind eine Form der Finanzderivate, also Verträge, deren Preisbildung marktabhängig ist. Der jeweilige Kurs ist meist an die Entwicklung einer Aktie oder eines Aktienindizes gekoppelt. Diese Form der Geldanlage bündelt verschiedene Finanzprodukte, damit für jeden Kunden das passende Produkt bereitgestellt werden kann. So sind sogenannte Hebelprodukte stark spekulativ und mit hohem Risiko verbunden, andere Zertifikate hingegen mehr für konservative und sicherheitsbewusste Anleger geeignet.

Zertifikate sind strukturierte Finanzprodukte, die von Banken auf Aktien, Anleihen, Indizes, Währungen oder Rohstoffe aufgelegt werden. Der Emittent ist in diesem Fall also die Bank, die dem Käufer eine Schuldverschreibung ausstellt. Folglich bedeutet das, dass der Anleger dem Bankinstitut einen Kredit gewährt.

Jüngst zeigte die Insolvenz der großen amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers, dass Zertifikate nicht uneingeschränkt zu empfehlen sind. Anleger gehen beim Kauf von Zertifikaten ein Emittentenrisiko ein, das heißt, die Bank kann wie im Fall von Lehman Brothers zahlungsunfähig werden. Ist die Bank insolvent, erhält der Sparer aus der Insolvenzmasse einen Teil des Geldes oder, wenn er Pech hat, gar nichts.

Verbraucherschützer raten daher, nicht das gesamte Ersparte in Zertifikaten anzulegen. Zudem sollten Sparer darauf achten, wer die Zertifikate herausgibt und wie vertrauenswürdig das jeweilige Bankinstitut ist.

 

Es gibt viele verschiedene Formen von Zertifikaten, die genaue Zahl lässt sich nicht ermitteln, da sie höchst individualisiert sind:

Discount-Zertifikate
Turbo-Zertifikate
Index-Zertifikate
Basket-Zertifikate
Garantie-Zertifikate
Hedgefonds-Zertifikate
Bandbreiten-Zertifikate
Bonus-Zertifikate


Anleger können Zertifikate unmittelbar vom Herausgeber über Direktbanken beziehen. Bei der Entscheidung für das geeignete Produkt sollten Laufzeit, Bezugsverhältnis und beim Hebelzertifikat auch der Basiswert Beachtung finden. Generell gilt: je größer die Sicherheit, desto geringer die zu erwartende Rendite. Umgekehrt bedeutet dies, je größer die Gewinnchance sein soll, desto größer das Risiko von Verlusten und desto komplizierter und umfangreicher ist auch das Produkt.

Beim Erwerb von Zertifikaten werden verschiedene Gebühren fällig, so zum Beispiel die Ordergebühr und der „Spread“ – ein kleiner Teil des Kurswertes. Auch im eigentlichen Kaufpreis können sich zusätzliche Kosten verstecken.