Zinsdifferenzgeschäfte
Hinter dem Begriff "Zinsdifferenzgeschäft" verbirgt sich eine Form der Geldanlage. Genauer geht es hierbei darum, dass ein Kredit aufgenommen wird und das dadurch erlangte Kapital festverzinslich angelegt wird. Sind die Zinsen auf die Kapitalanlage höher als die Kreditzinsen, dann erzielt man eine Art Gewinn. Man bezeichnet diesen Vorgang als Zinsdifferenzgeschäft, was eine Form des Finanzmarktgeschäfts darstellt.
Ein einfaches Beispiel für ein Zinsdifferenzgeschäft ist folgendes: Man nimmt einen Kredit über 10000 Euro auf und muss dafür 4,5 % Kreditzinsen zahlen. Zugleich findet man aber eine Möglichkeit, die erhaltenen 10000 Euro für 5,5 % anzulegen. Würden Kredit und Anlage jeweils ein Jahr laufen, dann müsste man 450 Euro Zinsaufwendungen zahlen, würde aber auch zugleich durch die Anlage 550 Euro bekommen. In diesem Fall würde man 100 Euro Gewinn machen.
Das Risiko bei Zinsdifferenzgeschäften ist verhältnismäßig hoch, da sich durch Kursschwankungen der Währungen der erzielte Gewinn schnell ändern und auch mindern kann. Aus diesem Grund sollte man solche Anlagen nur mit Tagesgeld abschließen, welches täglich problemlos gekündigt werden kann.
Dass die Kursschwankungen der Währungen Einfluss auf das Zinsdifferenzgeschäft nehmen, zeigt schon, dass Kreditaufnahme und Kapitalanlage meist in unterschiedlichen Ländern stattfinden.

So kann man das Kapital in einem Land anlegen, dass eine geringere Bonität hat, da dort mehr Zinsen gezahlt werden. Riskant ist dabei allerdings, dass die Zinsen eventuell nicht eingehalten werden können. Ein weiteres Risiko bilden die bereits erwähnten Währungsschwankungen, die unter Umständen große Verluste verursachen.
Zinsdifferenzgeschäfte werden beispielsweise ständig von Banken durchgeführt: Sie bieten Spareinlagen und weiteres für einen wesentlich niedrigeren Zinssatz an als Kredite. Sie kommt so auf einen Gewinn durch die Differenz der Zinsen, die sie durch die Kredite einnimmt und der Zinsen, die sie für die Anlagen zahlt.
